Kalenderblätter zum reich werden

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Archiv für den Monat Oktober 2019

Weltspartag 2019

Hallo liebe zukünftige Millionäre!

Das heutige Datum, es ist der 30.10.2019, ist für uns ein Besonderes. Es ist Weltspartag. Nun, wir wissen es natürlich, dass, wenn man nicht gerade eine Million im Lotto gewinnt oder ein genialer Erfinder, Künstler, Fußballer, Tennisprofi, … ist, das Sparen für alle anderen die einzige Möglichkeit ist, wohlhabend und reich zu werden. Den Weltspartag gibt es bereits seit dem Jahre 1925. Die Idee des Sparens scheint demnach nicht erst seit kurzem, aktuell zu sein. Aber seit es auf Spareinlagen keine Zinsen mehr gibt und die Werbetrommel gebetsmühlenartig wiederholt, dass sich das Sparen nicht mehr lohnt, scheint es doch aus der Mode gekommen zu sein; – oder doch nicht? Die Deutschen geben ihr Geld lieber aus. Ansonsten wird es von der Inflation entwertet. So die allgemeine Propaganda in den Mainstreammedien. Ja, so ist es wohl und viele folgen dem gesellschaftlich gewollten Verhaltensmuster. Der Geldbesitz macht frei, denn Geld ist das Maß aller Werte. Doch was wird aus einer Gesellschaft, wenn seine Teile, die Menschen, alle frei sind. Wer frei ist, kann schließlich tun und lassen was er will. Arbeiten was er will, wann er will und wo er will; oder auch nicht. Keine Abhängigkeit mehr, kein Zwang, den nächsten Euro verdienen zu müssen. Was für eine irreale Vorstellung. Geht so etwas überhaupt? Kann man das erlauben, ein solches Privileg für alle?

Nein, das darf es nicht geben. Die Gesellschaft würde zusammen brechen. Das Privileg, unabhängig und frei zu sein, ist nur für einen kleinen Kreis Auserwählter real. Und es bleibt wie Pech am Geld haften. Blatt 140 5

Das galt offensichtlich bereits in früheren Zeiten, allerdings mit einem wesentlichen Unterschied. Es war der Zugang der Menschen zum besagten Gelde. Geld war knapp und außer dem Adel und dem mit der aufstrebenden Industrie reich werdenden Bürgertum, reichte das Geld für die meisten Menschen gerade einmal zum Leben.

Heute haben breitere Bevölkerungsschichten Zugang zum Geld und bei vielen bleibt auch nach den Festausgaben ein Teil des Geldes am Monatsende übrig. Wenn dieses Geld mit Zins und Zinseszins sich vermehren täte, wäre das für die Währungshüter eine nicht mehr zu bewältigende Katastrophe. Das darf auf keinen Fall eintreten, denn exponentielles Wachstum würde eine Hyperinflation auslösen. Geld muss knapp bleiben. Und so wurde zunächst einmal die Hauptursache dieses Geldwachstums beseitigt, der Zins.

Damit einher und in kindlich einfacher Argumentation bastelte man eine kausale Kette zusammen. Kurz: Wenn es keine Zinsen mehr gibt, dann lohnt sich auch das Sparen nicht mehr. Das Ziel ist dabei, dass die Menschen das ihnen zur Verfügung stehende  überschüssige Geld weg geben, dass sie es verkonsumieren. Mit dem durch die wirtschaftliche Stärke der Industrieländer einher gehenden Erhöhung des allgemeinen Wohlstands ist das Geld viel mehr verbreitet. Einfach wieder weg nehmen geht da nicht mehr. Da müssen schon andere Tricks aus dem Hut gezaubert werden.

Der nächste Coup im Paket, das Geld in der Bevölkerung knapp und diese in Abhängigkeit und unter Kontrolle zu halten, ist die Ausnutzung unserer Gier. Das Sparen, das irgendwie aus der Not heraus geboren als rudimentäre Anlage bei vielen von uns verwurzelt ist, wird umfunktioniert. Aus dem Sparen wird ein Investieren. Investieren ist allerdings immer mit Risiken verbunden. Wer Geld erwirtschaften will, so wird den Bürgern eingetrichtert, der muss auch etwas riskieren. Das kann jeder leicht nachvollziehen. Schließlich gibt es nirgends etwas geschenkt. Und so folgen viele den Empfehlungen von Banken, Sparkassen und Vermögensverwaltern. Die Institutionen des Systems haben die Menschen bei der Gier gegriffen. Ja, was ist denn dabei so schlimm? Schlimm ist es momentan noch nicht, denn solange weiter Menschen daran glauben und der Nachschub klappt, fließt das überschüssige Geld in den großen Topf. Der Topf hat auch einen Namen. Er heißt Börse. Was dort geschieht oder besser, was dort geschehen kann und auch von Zeit zu Zeit passiert, das möchtest du lieber nicht wissen.

Ich habe in der heutigen Zeitung einen kleinen Artikel gelesen. Die Sorge der Finanzaufsicht. Wieso denn eigentlich? Sie brauchten das Geld der Versicherten doch bloß so anlegen, wie die am Telefon lächelnden Experten es den Bürgern empfehlen. img410Warum tun die das denn nicht und jammern herum? – Vorschriften, heißt es dann. Risiko, heißt es dann. Tja, aber den Bürgern wird am Telefon das Blaue vom Himmel herunter empfohlen. Wissen die von der Bafin vielleicht mehr? Natürlich! Und das ist auch der Grund dafür, warum solche Vorschriften existieren. Schließlich möchte man sich im Fall der Fälle nicht vorwerfen lassen, dass man mit dem Geld der Versicherten nicht sorgfältig umgegangen ist. Das sollten sich die Sparer heute am Weltspartag ganz dick hinter die Ohren schreiben. Sparen und Investieren sind zwei verschiedene Schuhe und deshalb heißt es auch Weltspartag und nicht Weltinvestitionstag.

Vielleicht denkt ihr beim Investment-Sparen einmal darüber nach. Das Wort Sparen hat nämlich beim Investieren überhaupt nichts zu suchen.

Der Malachit.